Tiere laufen aus dem geöffneten Käfig auf die Wiese

Spiele für die Allerkleinsten

Ein Tipp, und etwas passiert. Mehr braucht ein Kind mit einem Jahr nicht, und mehr verlangen diese Spiele auch nicht.

Ihr Kind ist älter? Die Lernspiele ab 3 Jahren üben Buchstaben, Zahlen, Farben und Formen.

Was Kleinkinder an einem Spiel überhaupt verstehen

Zwischen dem ersten und dem dritten Geburtstag lernt ein Kind eine einzige, große Sache über Bildschirme: ich tue etwas, und daraufhin passiert etwas. Diese Ursache-Wirkung-Erfahrung ist der ganze Reiz und zugleich die ganze Leistung. Ein Regelwerk, eine Reihenfolge, ein Ziel oder gar ein Wettbewerb kommen erst Jahre später dazu.

Genau daran scheitern die meisten „Spiele ab 1 Jahr": Sie sind in Wahrheit Spiele ab vier, denen man die Zahlen weggenommen hat. Es gibt weiterhin eine richtige und eine falsche Antwort, einen Fortschrittsbalken, ein Ende. Ein Einjähriger tippt daneben, nichts passiert, und er legt das Gerät weg.

Woran ein gutes Spiel für dieses Alter zu erkennen ist

  • Die Trefferfläche ist riesig. Ein Kleinkind zielt nicht, es tippt in die Richtung. Alles unter einer handtellergroßen Fläche ist zu klein.
  • Die Antwort kommt sofort. Vergeht mehr als ein Augenblick zwischen Tippen und Reaktion, ist der Zusammenhang für das Kind verloren.
  • Falsch heißt nicht verloren. Kein Fehlerton, kein rotes Kreuz, kein Zurücksetzen. Es kostet nichts, es noch einmal zu versuchen.
  • Es endet nicht von selbst. Wiederholung ist in diesem Alter kein Mangel an Ideen, sondern die eigentliche Lernform. Dasselbe Tier zum zwanzigsten Mal zu befreien ist ein voller Erfolg.
  • Der Ton lässt sich abschalten. Am Küchentisch, im Zug, neben einem schlafenden Geschwisterkind.

Warum ausgerechnet Tiere

Tiernamen gehören zu den ersten Wörtern, die Kinder sprechen, noch vor den meisten Gegenständen des Alltags. Sie sind deutlich voneinander unterscheidbar, sie haben Gesichter, und sie lassen sich in einem einzigen Bild erfassen. Deshalb sitzen in unserem Käfig sechzehn klar verschiedene Tiere: Nashorn, Puma, Tiger, Krokodil, Hase, Stinktier, Elefant, Löwe, Giraffe, Affe, Zebra, Bär, Pinguin, Fuchs, Panda und Schildkröte. Beim Freikommen wird der Name gesprochen: Das Kind sieht das Tier und hört sein Wort im selben Moment.

Vom Tippen zum Zuordnen

Bei „Tiere füttern" sitzt jedes Tier in seinem eigenen Lebensraum, darunter liegen drei Futter, eins davon passt. Für einen Zweijährigen ist das zunächst wieder ein Tippspiel mit hübschen Bildern: irgendwo tippen, etwas passiert, das Tier freut sich. Für einen Vierjährigen wird daraus etwas anderes, eine echte Zuordnung. Er sieht das Futter, erinnert sich an das Tier und trifft eine Entscheidung, bevor der Finger die Fläche berührt. Dasselbe Spiel wächst mit, ohne dass sich am Ablauf etwas ändert.

Deshalb sitzt jedes Tier in seiner eigenen Umgebung statt in einem austauschbaren Käfig: der Panda im Bambuswald, der Pinguin auf dem Eis, der Löwe in der Savanne. Der Ort erzählt schon mit, wovon ein Tier lebt: wo Gras wächst, frisst dort jemand Gras. Beim Panda liegt darum der Bambus nahe, beim Pinguin der Fisch, beim Hasen die Karotte. Das Kind muss die Verbindung nicht auswendig kennen, es kann sie sehen.

Sechs Spiele, drei Stufen

Die Sektion ist nicht als Sammlung gedacht, sondern als Reihe. Seifenblasen steht ganz vorn: Es gibt keinen Ort, den man treffen müsste — die ganze Fläche antwortet. Das ist die Stufe, auf der ein Kind mit zwölf Monaten anfängt. Verstecken und die Klangkiste verlangen einen ersten gezielten Tipp, geben aber weiterhin auf jeden Tipp eine Antwort. Erst Tiere füttern und Tiere waschen haben eine Aufgabe, und selbst dort kostet ein danebengetippter Finger nichts.

Die Klangkiste fällt aus dieser Reihe bewusst heraus: Sie kommt nirgends an. Die sechs Glocken sind pentatonisch gestimmt, also auf eine Tonleiter ohne Halbtonschritte — dieselbe, auf der Kinder-Xylofone seit Jahrzehnten beruhen. Deshalb klingt jede Tippfolge nach Musik, ganz gleich in welcher Reihenfolge getrommelt wird. Mit einer gewöhnlichen Tonleiter erzeugt jedes zweite Tippen einen Halbton, und dann schaltet der Erwachsene im Raum nach zwei Minuten den Ton ab.

Bildschirmzeit in diesem Alter

Kinderärztliche Empfehlungen sind hier deutlich: unter zwei Jahren möglichst wenig, danach klar begrenzt und am besten in Begleitung eines Erwachsenen. Ein Spiel für Einjährige sollte deshalb nichts enthalten, was zum Weitermachen drängt, und genau das ist hier weggelassen: keine Serie, keine Belohnung fürs Dranbleiben, kein nächstes Level, das schon blinkt. Wenn das Kind aufhören will, hört es auf, ohne etwas zu verlieren.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann mein Kind das spielen?
Ab etwa einem Jahr. Sobald ein Kind gezielt mit dem Finger auf einen Bildschirm tippt, kann es „Tiere befreien" allein bedienen: die Trefferfläche ist größer als der halbe Bildschirm, es gibt keine Reihenfolge und nichts, was man verpassen kann.
Kann mein Kind bei diesen Spielen verlieren?
Nein, und das ist Absicht. Es gibt keine Zeit, keine Punkte, keine Sterne und keinen Fehlversuch. In diesem Alter versteht ein Kind eine Niederlage noch nicht als Ansporn, sondern nur als Abbruch. Deshalb kommt beides hier nicht vor.
Wie lange sollte ein Kleinkind damit spielen?
Wenige Minuten am Stück genügen, am besten gemeinsam mit einem Erwachsenen. Fachgesellschaften empfehlen für Kinder unter zwei Jahren möglichst wenig Bildschirmzeit und danach klar begrenzte, begleitete Zeiten. Das Spiel hat deshalb bewusst kein Endlos-Karussell und keine Belohnung fürs Weitermachen.
Warum wird der Tiername vorgelesen?
Weil zwischen einem und drei Jahren der Wortschatz am schnellsten wächst. Wenn das Tier im selben Moment sichtbar wird, in dem sein Name fällt, verknüpft ein Kind beides mühelos. Der Ton lässt sich im Spiel jederzeit mit einem Knopf abschalten.
Bei „Tiere füttern" gibt es eine falsche Antwort — ist das nicht zu früh?
Falsch heißt hier nicht verloren. Wer danebentippt, sieht das Tier sich kurz schütteln und traurig schauen, und darf sofort weiter probieren; es wird nichts abgezogen und nichts zurückgesetzt. Ab dem dritten Versuch wippt das richtige Futter, damit kein Kind hängen bleibt. Für die Jüngsten ist das ein Tippspiel mit hübschen Bildern, für Drei- bis Vierjährige eine echte Zuordnung.
Ist Werbung auf den Spielseiten?
Auf der Spielseite selbst nicht. Eine Fläche, die ein Zweijähriger dutzendfach antippt, ist kein Ort für Anzeigen. Anmelden muss man sich ebenfalls nicht.